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Dienstag, 25. August 2015

Woran man erkennt, dass es Zeit ist für neue Schuhe

Erfahrungsberichte hab ich schon ein par Mal abgegeben, was neue Schuhe und Eindrücke damit betrifft. Immer wieder erklärt man dabei, dass man ja neue Schuhe brauchte, weil die alten abgenutzt waren. Klar - wir Läufer sind da meist besonders empfindlich und entwickeln meist auch eine gewisse Schuhaffinität. Darüber hinaus probieren wir natürlich gerne neue Modelle aus. Wahrscheinlich ist deswegen schon so manches Modell eigentlich zu früh aussortiert worden...

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht ein paar Modelle meiner Auswahl genauer unter die Lupe zu nehmen und möchte anhand dieser zeigen, wann es Zeit wird für neue Schuhe. Zu diesem Zweck hab ich folgende Modelle gewählt: Asics Gel Kinsei 4, Asics Gel Nimbus 16 und Salomon SpeedCross 3CS.

Die Kinsei 4 nutze ich nur noch als Freizeitschuh, um mal eben etwas an den Füßen zu haben, wenn ich mal auf die Schnelle vor die Tür muss oder dergleichen. Sie haben bereits über 1100km hinter sich. Für Training würde ich sie nicht mehr nutzen, weil die Dämpfung (in Form der Gelpolster an den Fersenbereichen) schon ziemlich gelitten hat. Die bei diesem Schuh noch dazu sehr spezielle Form der Polster reißt bereits ein - eine ordentliche und sachgemäße Dämpfung ist somit nicht mehr gegeben.
 
Gel-Polster eingerissen am Kinsei 4
Bei Schuhen mit durchgehender Sohle beobachtet man analog dazu zuweilen, dass der Schuh "schief steht" und die Polster nicht mehr wirklich in ihre Ausgangsposition zurück kommen. Auch dann ist es allerhöchste Eisenbahn, sich nach Ersatz umzusehen.

Es gibt weitere Hinweise auf stark beanspruchte und ausgereizte Schuhe. Nicht immer muss das Auftreten eines dieser Kriterien sofort das Aus für den Schuh bedeuten, die Kombination mehrerer dieser Anzeichen aber sollte definitiv zum Ersatz anregen.

Betrachtet man einmal die Sohle der Schuhe wird man feststellen, dass diese mit der Zeit "abreibt". Ähnlich einem Autoreifen verliert die Sohle an Profil. Ebenso ähnlich wie bei den Reifen kann es dann sein, dass man im wahrsten Sinne des Wortes den Grip verliert und zum Beispiel auf nassen Untergründen plötzlich wegrutscht!
 
Abgenutzte Sohle am Kinsei 4 (mehr als 1100km)
Abnutzungserscheinungen am Nimbus 16 nach knapp 870km
Meine Erfahrungen bisher haben gezeigt, dass diese deutlichen Abriebe sich grade bei Asics-Modellen in meinem Fall meist so ab 750-800km zeigen. Natürlich sind die Schuhe dann noch nicht reif für die Tonne, wenn dies die einzige Auffälligkeit ist. Den Nimbus 16 laufe ich zum Beispiel auch immer noch gern im Training.

Am Beispiel der SpeedCross 3 CS sieht man das dieser Abrieb bei Trailschuhen (aufgrund der weicheren Mischung des Sohlenmaterials) meist früher einsetzt - speziell wenn man mit diesen Schuhen dann doch einen größeren Teil der Kilometer auf Asphalt läuft. Meine SpeedCross haben nun knapp 550km runter und die Sohle sieht schon angegriffen aus - ansonsten zeigen sie allerdings noch keine weiteren Abnutzungserscheinungen! Da sie außerdem über eine Vielzahl von diesen dicken Stollen verfügen, ist hier sogar noch genug Grip auf matschigen Untergründen vorhanden.

Salomon SpeedCross 3 CS mit leicht lädiertem Profil
Anhand solch abgelaufener Sohlen, wie bei den 3 Modellen hier gezeigt, lassen sich auch sehr gut Rückschlüsse auf das Abrollverhalten des Fußes ziehen. Bei einer Beratung im Laufladen oder Sportgeschäft greifen die Fachleute daher gerne auf diese Infos zurück. Also beim Neukauf im Laden unbedingt einmal die alten Schuhe einpacken!

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt für den Schuh ist sein Sitz und die damit verbundene Festigkeit. Diese leidet, wenn sich am Obermaterial und an den Innenbereichen des Schuhs Mängel ergeben. Gerne reißt dann zum Beispiel das Material des Fersenschaftes ein. Hier gut zu sehen beim Kinsei 4:

Eingerissener Stoff am Fersenschaft vom Kinsei 4
Durch die andauernde Abrollbewegung des Fußes knickt der Schuh an der Spitze quasi kurz hinter den Zehen immer wieder ein. Grade an dieser Stelle leidet daher oft das Obermaterial. Hier zeigen sich dann Risse (bei meinen Kinsei 5 leider schon nach 250km) oder es lösen sich auch gern einmal Nähte. Als Folge leidet der Gesamteindruck des Schuhs am Fuß - er wirkt "ausgelatscht" und labbrig und bietet dem Fuß nicht mehr genügend Halt.

Aufgegangene Naht am Asics-Logo an den Nimbus 16
Schaut man sich seine Schuhe immer wieder genau an und achtet frühzeitig auf den schleichenden Verschleiß, kann man auch reagieren und sich neue Schuhe zulegen. Diese neuen Modelle wollen und müssen natürlich eingelaufen werden. Trägt man die alten und die neuen Schuhe einige Zeit im Wechsel, so findet man mit Sicherheit einen geeigneten Zeitpunkt die alten Schuhe endgültig auszusortieren und hat in der Zwischenzeit die neuen Schuhe angemessen eingelaufen. Die Abwechslung für die Füße durch das Tragen von unterschiedlichen Schuhen zu den verschiedenen Trainingseinheiten hat außerdem einen positiven Einfluß auf die Fußmuskulatur. Diese kann sich nicht den Schwachstellen eines einzelnen Modells anpassen und wird immer wieder aufs neue gefordert. Das ist somit auch gleichzeitig eine Art von Verletzungsvorbeugung...

Freitag, 26. Juni 2015

Asics Gel Nimbus 17 im Dauertest

Als ich vor einigen Wochen den Nimbus 17 neu bekommen habe, hatte ich ja hier schon einmal einen kurzen Vorabbericht und einen Vergleich zum Nimbus 16 gemacht. Außerdem hatte ich versprochen noch einmal meine Eindrücke nach den ersten paar Wochen und nach einigen Kilometern zu schildern.


Ich muss sagen, dass ich echt begeistert bin von dem neuen Nimbus! Der Nimbus 16 war schon ein toller und vor allem bequemer Laufschuh. Ich laufe ihn auch im Wechsel mit dem Nimbus 17, dem Kinsei 5 und den Salomon SpeedCross immer noch. Mittlerweile hat er so um die 750km runter und zeigt erst leichte Abnutzungserscheinungen - also auch definitiv ein echt empfehlendswerter Schuh!

Eine schon im Vergleich der beiden Nimbusse angemerkte Eigenschaft ist dann in meinen Augen das große Plus des Nimbus 17 gegenüber seinem Vorgänger: er ist leichter. Zwar unterscheiden sie sich nur um ca. 15g pro Schuh, das ist aber grade auf längeren Strecken merklich spürbar! Einfache Rechnung dazu, die die unterschätzten Dimensionen verdeutlicht: hebt man diese 15g bei einem 20km langen Lauf ungefähr 20000 mal hoch, so hat man am Ende nur durch diese 15g mehr Gewicht zu guter Letzt 300kg (!!) mehr bewegt nach dem Lauf...

Ich habe den Nimbus 17 nun ca. 150km gelaufen. Auf kürzeren schnellen Einheiten fand ich ihn schon gut, seine besondere Stärke liegt aber definitiv in den langen Strecken. Auch da habe ich ihn schon auf Strecken von über 20km getragen. Ich habe dabei den Eindruck, dass er von der Dämpfung her eher weicher wird, umso länger man ihn läuft. Ein durchaus angenehmes Gefühl.

Abnutzungserscheinungen lassen sich eigentlich noch weiter keine erkennen. Das ist nach 150km aber auch absolut zu erwarten - es ist schließlich kein Billigschuh, sondern gehört zu den Top-Modellen von Asics. Einzig an der Guidance-Line lassen sich Eindrücke durch spitze Steine und Äste von Waldwegen und unbefestigten Straßen erkennen. Da dieser Bereich allerdings nicht die Auflagefläche des Profils darstellt und demzufolge der Grip und das Profil nicht gelitten haben, ist dies wohl als normal anzusehen und zu vernachlässigen. 


Positiv überrascht bin ich vom Obermaterial. Dieses hat ja eine optische Ähnlichkeit mit dem Obermaterial der Kinsei 5 - welches ein totaler Reinfall war und bereits nach nicht einmal 200km erste Risse zeigte. Hier bei dem Nimbus 17 scheint Asics aber scheinbar an der Festigkeit gearbeitet zu haben. Alles sieht noch so aus, wie nach dem Öffnen der Packung.


Als erstes Fazit kann ich also die Nimbus 17 uneingeschränkt empfehlen! Der ohnehin schon gute 16er wurde an seinen Schwachstellen verbessert und so ist der Nimbus 17 mit Recht eines der "Must-Haves" im Bereich der Dämpfungsschuhe.

Freitag, 12. Juni 2015

Kompressions-Kleidung

Laufen ist im Grunde genommen ein einfacher Sport: Schuhe an und los! Zumindest für die ersten Schritte und um zu probieren, ob einem der Sport gefallen könnte, braucht man keine spezielle Ausrüstung! Ein paar möglichst gut erhaltene Turnschuhe, ein Shirt und eine bequeme Sporthose reichen vollkommen aus für die ersten Kilometer. 

Gefällt es einem und man möchte den Sport intensiver ausüben, so empfehlen sich aber dann doch die ein oder anderen Goodies beim Equipment. Zu allererst sollten natürlich gute Laufschuhe her - auch dazu habe ich hier ja schon das ein oder andere Mal geschrieben. Ziemlich schnell wird einem dann auffallen, dass das normale T-Shirt aus Baumwolle und die vermutlich ebenso baumwollene Trainingshose binnen kürzester Zeit wie ein nasser Sack am Körper kleben und immer schwerer werden. Sie saugen den Schweiß regelrecht auf wie ein Schwamm.

Funktionskleidung kommt also schnell in den Blickpunkt des versierten Läufers. Diese Kleidung - meist einfach kurz "Laufklamotten" genannt - besteht aus speziellen Materialien und ist so verarbeitet, dass sie zum einen wenig Nähte an reibungsverdächtigen Stellen hat und außerdem den Schweiß vom Körper weg transportiert. Solche Laufklamotten fühlen sich dementsprechend luftig und leicht an, wenn man sie trägt - selbst in verschwitztem Zustand! Außerdem trocknen sie mit einer nicht für möglich gehaltenen Geschwindigkeit! Ob man nun weite Shirts und Hosen oder eben enge (Tights) aus diesem Material trägt, ist Geschmackssache. Ich persönlich mag bei den Hosen definitiv die Tights - da verrutscht nix, zieht sich nicht hin und her und sitzt einfach wie es soll.

Eine spezielle Variante dieser engen Shirts und Hosen sind Kompressions-Tights und -Shirts. Diese sind durch spezielle Materialien so verarbeitet und geschnitten, das sie eine Art leichten Druck auf spezielle Muskelpartien, z.B. in den Oberschenkeln, ausüben. Dies soll zum einen die Muskelaktivität und die Durchblutung fördern und somit zum anderen Ausdauer und Regenerations zuträglich sein. Nun gibt es da schon in Fachkreisen eine ganze Reihe - mitunter leider nicht sehr aussagekräftige - Untersuchungen und Studien zu der Wirksamkeit. Viele sprechen dieser Kompressionsbekleidung den Placebo-Effekt zu, einige weisen knapp eine Wirksamkeit nach. 

Ich habe nun einmal meine erste Kompressions-Tight bestellt und sie bei zwei Läufen getestet. Irgendwie konnte ich mich nicht zu der ziemlich teuren Variante von Asics (je nach Modell ab 59€) durchringen, sondern habe mich für die halb so teure Tight von Kalenji bei Decathlon entschieden. Diese kostete "nur" 29€ - verglichen mit den normalen günstigen Tights von Kalenji für 7 - 12€ immer noch eine Hausnummer!

Modell von Asics für ca. 59€

Modell von Kalenji für 29€

Ich hatte die Hose vorgestern beim Long Run über 2 Stunden und knapp 20km und heute bei einem lockeren, langsamen Lauf über eine knappe Stunde und fast 9km an. Nach also knapp 3 Stunden Tragen der Tight im Training und knapp 30km fällt meine erste Bilanz positiv aus! Ich bilde mir zumindest ein, zum einen beim dem Long Run die Beine nicht so schnell ermüdet zu haben und sogar an Steigungen "besser hochzukommen", sowie auch einen positiven Effekt in der Regeneration zu spüren. Die Beine sind nicht wirklich schwer und selbst der Lauf heute kurz nach dem Long Run ging locker und ruhig vonstatten. Keine müden oder schweren Beine beim Einstieg, die erst einmal warmgelaufen werden müssen.

Ich werde das auf alle Fälle einmal über einen längeren Zeitraum beobachten. Grade jetzt das Marathon-Training ist dafür ja sowieso prädestiniert. Vielleicht gönne ich mir auch mal ein Kompressions-Shirt - obwohl ich bei Shirts eigentlich doch eher auf die etwas weiteren Modelle stehe. Aber wenn´s hilft... ;-)

Donnerstag, 23. April 2015

Nimbus 16 und Nimbus 17 im Vergleich

Wie ja schon das ein oder andere Mal erwähnt, bin ich von den Asics Gel Nimbus 16 ziemlich überzeugt. Sie haben nun fast 700km runter. Der neue Nimbus 17 ist seit kurzem draußen - Zeit sich also mal den Nachfolger anzusehen. Ich habe mir also den Nimbus 17 bestellt. Nicht das die Nimbus 16 schon runter wären. Sie sehen immer noch reichlich gut erhalten aus und die Abnutzungserscheinungen zeigen sich eigentlich hauptsächlich an den Sohlen. Irgendwie bin ich aber ein Laufschuhjunkie und laufe gern mal mit neuen Schuhen...

Gestern war es soweit. Die Nimbus 17 wurden geliefert. Direkt beim Auspacken fielen mit mehrere Unterschiede zu dem Vorgängermodell auf: sie wirken schmaler , sind leichter und das Obermaterial ist filigraner als das robust wirkende Material der Nimbus 16.


Eigentlich befinde ich mich ja noch in der Erholungsphase nach dem Halbmarathon und wollte ein paar Tage gar nicht laufen - gestern juckte es dann natürlich in den Füßen und ich entschied mich für einen kleinen Erholungslauf mit den neuen Schuhen. Schön langsam und auch nur ein wenig mehr als 5 Kilometer. Der erste Eindruck ist wirklich gut! Die Schuhe wirken trotz ihrer Nimbus-typischen starken Dämpfung "schneller" als ihr Vorgänger. Sie sitzen perfekt am Fuß und haben eine wirklich gute Passform. Wie sie sich über die Zeit schlagen, wird man sehen, aber der erste Eindruck ist vielversprechend.

Sieht man die beiden Schuhe nebeneinander, so kann man die Unterschiede direkt vergleichen. Links der Nimbus 17, rechts der Nimbus 16:


Auf der Waage gemessen bestätigt sich der Gewichtsunterschied. Der Nimbus 17 wiegt 367g, der Nimbus 16 382g. Das klingt im ersten Moment wenig, fühlt sich am Fuß aber tatsächlich spürbar an! Ich habe auch erst nachgewogen, nachdem ich den Schuh gelaufen bin und wissen wollte, ob der Eindruck richtig ist... ;-)

Auch auffällig ist die etwas höhere Sprengung des Nimbus 17. Sie beträgt 13mm gegenüber 10mm beim Nimbus 16. Dadurch steht die Ferse etwas höher und soll so diesen Bereich etwas entlasten bzw. unterstützen. 

Ein wenig skeptisch bin ich bezüglich des Obermaterials im Vorderfußbereich. Dies wirkt zwar optisch "stylischer" und "dynamischer", allerdings auch weniger strapazierfähig! Die gleiche Entwicklung gab es ebenfalls beim Kinsei 4 zum Kinsei 5 und dort zeigten sich in eben jenem Obermaterial bereits nach 200 Kilometern die ersten Risse! Hoffen wir einmal, das Asics da etwas an der Haltbarkeit und Verarbeitung getan hat. Die Kinsei und die Nimbus gehören zu den Top-Modellen von Asics und dürfen sich solchen Schwächen grade in diesem Preissegment nicht leisten!

Hier einmal aus der Nähe betrachtet das Obermaterial der Nimbus 16:


Und hier der Nimbus 17:


Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Läufe mit den Nimbus  - eigentlich wirklich egal welche Version! Ich werde, wenn ich den 17er einige Hundert Kilometer gelaufen bin, noch einmal einen Langzeiterfahrungswert geben und wieder berichten.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Reinigungstipps für Schuhe und Vergleich Kinsei/Nimbus

Heute habe ich mir mal meine beiden aktuell von mir genutzten Laufschuhpaare (Asics Gel Kinsei 5 und Asics Gel Nimbus 16) genommen und diese ein wenig sauber gemacht. Zusätzlich zu diesen beiden "Straßenvarianten" nutze ich noch die Trailschuhe (Salomon SpeedCross 3CS) - je nach Witterung und Wetter.

Zunächst möchte ich gerne ein paar Tipps geben, wie ihr am besten eure Laufschuhe reinigt. Es gibt da unterschiedliche Theorien und natürlich auch Vorlieben bei den Läufern. Diese reichen von "der Dreck fällt von allein ab" bis zu "nach jedem Lauf wandern die Teile in die Waschmaschine". Nun ist allerdings nicht jede Behandlung gleich gut für die Haltbarkeit des Schuhs! Daher hier meine Methode:

Wenn die Schuh (sehr) nass geworden sind, diese mit Zeitungspapier ausstopfen und an einen warmen Ort stellen. Auch hier sollte nicht übertrieben werden: auf die Heizung ist ungeeignet, ein warmer Ort wie z.B. ein Hauswirtschaftsraum, Heizungsraum oder möglicherweise Badezimmer reicht aus. Nach dem Trocknen nehmt ihr dann eine Schuhbürste und striegelt den groben Schmutz ab. Wenn die Schuhe richtig trocken sind, dürfte diese Behandlung den meisten Läufern für ihre Schuhe vom Ergebnis her schon ausreichen!
Der Feinschliff ist dann folgendes: mit einem Allzweckreinigungstuch lassen sich wieder Glanz herstellen und mit einem kleinen spitzen Schraubendreher oder einem anderen spitzen Gegenstand lassen sich kleine eingetretene Steinchen aus dem Profil pulen.
Das Waschen der Schuhe in der Waschmaschine solltet ihr unbedingt vermeiden! Die Seifenlauge und die warme Temperatur setzen den Klebstoffen, die bei modernen Laufschuhen verwendet werden, zu stark zu! So kann es vielleicht bei einigen Malen gut gehen, beim anderen Mal hat man plötzlich die Sohle einzeln in der Trommel...

Als ich meine Schuhe heute dann sauber gemacht hatte, habe ich sie dem Routinecheck unterzogen: ich schaue mir die Schuhe dann genau an und checke so, ob noch alles ist wie es soll. Stimmt die Schuhgeometrie noch oder sind sie "schiefgelatscht", sind sie irgendwo eingerissen, abgenutzt?


Dabei kam mir heute der Gedanke einen kurzen Vergleich der beiden Modelle zu machen. Beide Paare haben jetzt ähnlich viele Kilometer runter. Die Kinsei 5 (rot) liegen bei 412km, die Nimbus 16 (blau) haben knapp 360km runter. Gekauft habe ich die Kinsei 5 im April 2014, die Nimbus 16 im Oktober 2014. Seit dem ich die Nimbus habe, laufe ich nur noch selten mit den Kinsei und wenn auch nur noch Strecken bis ca 10km. 

Die Kinsei 5 haben mich im Gesamten gesehen ein wenig enttäuscht. Ich hatte sie mir im April als Nachfolger für die Kinsei 4 geholt, von denen ich nach wie vor sehr begeistert bin. Mit der 4er-Version bin ich über 1100km gelaufen. Die Kinsei 5 haben bereits nach knapp 400km einen Zustand erreicht, wo ich mir damit keine Langstrecken mehr zumuten möchte! Eigentlich schade - denn sie tragen sich grade vom Gewicht her sehr gut und fühlen sich am Fuß auch um einiges leichter an als die Nimbus. Allerdings macht sich das Gefühl breit, als wäre die Fersenpartie des Schuhs schon irgendwie ausgehärtet und die Dämpfung nicht mehr das was sie sein sollte. Der Schuh fühlt sich recht schnell im hinteren Bereich hart an. Dadurch merke ich nach den Läufen verstärkt meine Waden.



Der Fersenbereich ist eigentlich auch die Besonderheit am Kinsei. Er besteht aus 6 Gelpolstern, die je zu Zweierpaaren zusammen gefasst sind. Dazwischen befinden sich große Freiräume. Beim Kinsei 4 war dieses noch stärker ausgeprägt. Dieser hatte nicht den oben im Bild zu erkennenden Steg aus schwarzem Plastik, der den Fersenbereich mit der Mittelsohle verbindet. Genau in dieser Änderung vermute ich auch dann das Problem. Möglicherweise erzeugt das genau das harte Gefühl an der Ferse, wenn die Dämpfungseigenschaften des Schuhs nachlassen...



Auch im direkten Vergleich lassen sich Unterschiede erkennen. Im oberen Bild schön zu erkennen ist die kompaktere und schmalere Bauweise des Kinsei. Daneben sieht der Nimbus schon ganz schön wuchtig aus. Beide Schuhe hier sind übrigens die gleiche Größe: 46,5.
Im unteren Bild lassen sich die unterschiedlichen Abnutzungsstärken erkennen. Der Kinsei wirkt irgendwie glatt und speziell im schon angesprochenen Fersenbereich erkennt man starken Abrieb der Sohle. Auch beim Nimbus ist dieser vorhanden, aber deutlich schwächer ausgeprägt als beim Kinsei. Und die ca. 50km mehr die der Kinsei runter hat, dürften den Unterschied nicht so deutlich werden lassen - zumal beide Schuhe auch nicht stark unterschiedlich vom Streckenprofil her genutzt werden.


In diesem Bild hier lässt sich ein weiteres Problem des Kinsei erkennen: das Obermaterial des vorderen Schuh-Bereiches reißt ein. Diese Problem trat bereits nach knapp 200km auf. Instabil wird der Schuh dadurch nicht. Es ist sozusagen nur die obere Schicht. Recherchen im Internet haben ergeben das das Problem bei wohl sehr vielen Kinsei auftritt und meine da kein Einzelfall sind. Auch die Runnersworld hat in einem Heft in der Rubrik "Murks" schon darüber berichtet. Für einen Schuh der als das Spitzenmodell des Herstellers gilt und eine UVP von knapp 200€ hat, ist diese Materialschwäche jedenfalls inakzeptabel.


Dem Nimbus 16 sieht man die Kilometer hingegen eigentlich gar nicht an. Nach der Reinigung könnte man nicht meinen das ich damit schon in strömendem Regen gelaufen bin und auch Waldwege nicht gescheut habe. Er sieht nahezu aus wie neu. Das Modell würde ich definitiv wieder kaufen. Auch der Schuh ist mit einer UVP von 179€ kein Billigtreter, aber sein Geld doch definitiv wert.

In einem der nächsten Artikel werde ich einmal erklären, wie ich beim Laufschuhkauf vorgehe und wo ich meine Schuhe günstig bekomme. Denn ich lege selber großen Wert darauf möglichst kostengünstig an möglichst gute und aktuelle Schuhe zu kommen.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Erfahrungsbericht: Asics Gel Nimbus 16

Wenn ich neue Laufschuhe suche, schaue ich mich gerne vorher im Internet nach Erfahrungsberichten um. Was liegt also näher, selbst die eigenen Erfahrungen nieder zu schreiben, wenn man schon einen Blog schreibt?

Mitte Oktober habe ich mir die Asics Gel Nimbus 16 gegönnt. Eigentlich waren sie als Zweitmodell zu meinen auch noch nicht wirklich extrem abgelaufenen Asics Gel Kinsei 5 gedacht. Letztere haben auch erst knapp 400km runter. Mittlerweile bin ich mit den Nimbus auch schon wieder über 260km gelaufen. Zeit also ein erstes Fazit zu ziehen!


Ich bin mit den Schuhen wirklich sehr zufrieden! Die Dämpfung fühlt sich sehr gut an und sie laufen sich wirklich gut. Mir gefallen sie auch als Gesamtpaket wesentlich besser als die Kinsei 5! Die Kinsei 5 sind mir im Fersenbereich irgendwie zu hart. Auch konnte man bei den Kinsei 5 einen recht schnellen Materialverschleiß am Obermaterial vorne bemerken. Das war ich von den Kinsei 4 nicht gewohnt. Von denen bin ich nach wie vor überzeugt und halte sie für die besten Laufschuhe die ich bisher gelaufen bin.

Wer die Nimbus 16 kauft und laufen möchte sollte sich darüber im klaren sein, das er hier natürlich keinen Minimalschuh kauft - der Schuh ist im Bereich neutrales Abrollverhalten mit optimaler Dämpfung nunmal das Flaggschiff aus dem Hause Asics. Dennoch fühlen sich die Schuhe am Fuß nicht klobig und schwer an! Für lange Strecken, wie ich finde, der optimale Schuh. 

Irgendwie geht ja der Trend der Meinung in der Laufszene scheinbar in die Richtung möglichst gar keine Schuhe zu tragen bzw nur noch möglichst ungedämpfte Minimalschuhe. Ich bin davon aber nicht wirklich überzeugt. Im Alltag trage ich auch gern die Nike Free. Das trainiert tagsüber auch gut die Fußmuskulatur, im Training aber möchte ich auf Dämpfung nicht verzichten - gerade nicht bei längeren Strecken über 10km.

Sieht das jemand wie ich, so ist er mit den Nimbus 16 sehr gut bedient. Hinweis an dieser Stelle natürlich: der Schuh hat keine Pronationstütze. Leute die darauf angewiesen sind, können sich eventuell mit Einlagen aushelfen oder auf andere Modelle umsteigen. Hier empfiehlt sich aber auch eine Beratung im Fachgeschäft oder bei wirklichen Beschwerden sogar beim Orthopäden!

Die Schuhe sollten - wie bei Laufschuhen allgemein üblich - 1 bis 1,5 Nummern größer gekauft werden, als im Alltag benötigt. Zum einen fallen Asics relativ klein aus, zum anderen sollte durch die Abrollbewegung beim Laufen besonders um die Zehen genug Platz sein. Bei mir hat es sich als optimal rausgestellt bei Asics statt der eigentlichen 45 eine 46,5 anzuziehen.

Auf der heutigen Sonntagsrunde von 12,5km im angestrebten Marathontempo hatte ich die Schuhe auch schon wieder an. Während dem Lauf hatte ich die Überlegung für den Marathon nächstens Jahr definitiv nochmal die Nimbus zu kaufen. Früh genug das neue Modell getestet wenn es heraus kommt, ansonsten nochmal die Nimbus 16!